Noto entfaltet sich wie eine Bühne aus honigfarbenem Kalkstein im südöstlichen Sizilien, wo der sizilianische Spätbarock zum UNESCO-Welterbe geworden ist. Die Stadt empfängt LGBTQ+-Reisende mit der Gelassenheit eines Ortes, der sich seiner Schönheit bewusst ist und keine Beweise braucht. Zwischen Palazzi, Klöstern und den nahen Stränden der Vendicari-Reserve bietet Noto eine vertrauliche Atmosphäre, in der gay-freundliche Hotels Teil eines kultivierten Reiseerlebnisses sind, fernab des touristischen Massenrhythmus und nah an einem Sizilien, das man im eigenen Tempo entdeckt.
Noto gehört zu den sizilianischen Etappen, die für ein diskretes und kultiviertes Reisen stehen. Die Stadt lebt nicht von einer großen LGBTQ+-Szene, sondern von einer aufgeschlossenen Selbstverständlichkeit, die im gesamten Val di Noto spürbar ist. Gay-freundliche Hotels finden sich hier in restaurierten Adelspalästen, Boutique-Residenzen der Altstadt und ländlichen Masserie der Umgebung.
Die Auswahl reicht vom intimen Zimmer hinter Barockfassaden bis zum Landgut mit Pool zwischen Olivenhainen. Wer zu zweit reist, schätzt das aufmerksame Personal, das Paare jeder Konstellation mit derselben Selbstverständlichkeit empfängt, sowie die Lage in Gehweite zur Kathedrale und zur Corso Vittorio Emanuele.
Das Herz von Noto schlägt entlang des Corso Vittorio Emanuele, der von Piazza zu Piazza führt und abends zur Flaniermeile wird. Hier reihen sich Weinbars, Eisdielen und kleine Restaurants aneinander, in denen man sizilianische Küche neu interpretiert findet. Die Aperitivo-Stunde auf einer der Treppen vor der Kathedrale San Nicolò ist ein Ritual, das Einheimische und Reisende teilen.
Eine ausgesprochen gay-orientierte Nachtszene gibt es in Noto nicht; sie befindet sich vor allem in Catania, etwa neunzig Minuten entfernt. Die Stadt selbst bietet stattdessen ruhige Bars, Konzerte in Innenhöfen und im Mai die Infiorata, wenn die Via Nicolaci mit Blütenteppichen bedeckt wird.
Noto wurde nach dem Erdbeben von 1693 vollständig neu errichtet und gilt als reinste Verkörperung des sizilianischen Spätbarocks. Die Kathedrale, der Palazzo Nicolaci mit seinen Balkonfiguren und die Kirche San Domenico bilden ein zusammenhängendes Stadtensemble, das in den späten Nachmittagsstunden golden leuchtet.
Innerhalb einer halben Stunde Fahrt erreicht man die Naturschutzgebiete Vendicari und Cavagrande del Cassibile, dazu die Strände von Marzamemi, Calamosche und San Lorenzo. Marzamemi selbst, ein altes Thunfischer-Dorf, ist zu einem Anziehungspunkt für ein gemischtes, weltoffenes Publikum geworden.
Die ideale Saison erstreckt sich von April bis Anfang Juni sowie von September bis Oktober, wenn die Temperaturen mild sind und das Licht den Stein besonders weich modelliert. Die Infiorata im dritten Maiwochenende und die Sommerkonzerte des Festivals Noto Antica geben der Stadt ein kulturelles Tempo, das zur Architektur passt.